Memecik Erstpressung
Grasig, mit Hauch von schwarzem Pfeffer.

„Zwei Haine. Eine Manufaktur. Eine Öligarchin.
Kaltgepresst in Hatay und auf dem Peloponnes — in Tuttlingen ausgeschenkt."
— Die Herrin selbst
Zwei sehr alte Olivenländer und eine sehr deutsche Manufaktur. Drei Adressen, eine Herrin.
Antakya war einmal Antiochia. Die Bäume hier sind älter als die meisten Länder. Memecik und Halhalı — würzig, grasig, mit langer pfeffriger Note.
Die Manihalbinsel: trocken, steinig, ein Gebirge, das ins Meer fällt. Koroneiki, kaltgepresst — fein, mandelig, mit klarem Abgang.
Welthauptstadt der Klingen. Wo die Donau aus dem Stein bricht, fülle ich ab — mit der Präzision, die diese Stadt seit zweihundert Jahren übt.
Drei Krüge. Ein Hof. Keine Kompromisse.
Grasig, mit Hauch von schwarzem Pfeffer.
Der Tropfen, den die Herrin selbst nimmt.
Beide Öle, in Krone verpackt — die Tafel der Herrin.
Diese Stadt schleift seit zweihundert Jahren Skalpelle für die halbe Welt. Was die Hand hier lernt, ist Präzision. Ich habe ihr beigebracht, Olivenöl zu lesen.
Jede Charge wird hier verkostet, etikettiert, in nummerierten Krügen aus Antakya und Areopoli umgefüllt — und mit dem Bahnboten in Richtung deines Tisches geschickt.
Wie man Öl trinkt, ohne es zu trinken.
Ein gutes Sauerteigbrot. Grobes Meersalz. Drei Tropfen vom Memecik direkt auf die Krume. Mehr braucht es nicht. Mehr darf es auch nicht.
Eine sehr reife Ochsenherztomate, in zu dicken Scheiben. Zwei Blätter Basilikum. Koroneiki vom Peloponnes. Pfeffer am Ende, nicht am Anfang.
Eine Kugel Vanilleeis, sehr kalt. Ein guter Tropfen vom Krönungs-Duo, langsam darüber. Eine Prise Fleur de Sel. Das ist Dessert.
Die Ernte 2025 ist ausgeschenkt. Es gibt sie, solange die Krüge reichen — und ich behalte mir vor, einen für mich zu behalten.